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Das Jahr 1886

17. Januar 1886
Die Geschichte der Gräfenberger Lokalbahn


Aus Gräfenberger Sicht beginnt die Geschichte dieser Lokalbahn am 17. Januar 1886. Der rührige Erlanger Bürgermeister Dr. Schuh - wenig später wurde er Nürnberger Stadtoberhaupt - hatte sich für die Verkehrserschließung des Gräfenberger Raums durch eine »Sekundärbahn« von Erlangen über Dormitz, Eschenau nach Gräfenberg stark gemacht.

Dieses Bähnlein erhielt im Volksmund rasch den Namen »Seekuh« - angeblich weil ein Erlanger Wirt sein Lokal neben einer Bahnhaltestelle »Restauration zur Seekuh« nannte. Wie bei vielen dieser Nebenbahnen - daher der Begriff »Sekundär« - verliefen die Geleise durch manche Ortschaften auf der Dorfstraße.

Die zweite, maßgebliche Voraussetzung für die Verbindung von Nürnberg aus war der Bau der Ringbahn. Der nördliche, in diesem Zusammenhang interessierende und nur für Güterverkehr vorgesehene Bogen wurde am 1. Juli 1899 in Betrieb genommen. Damit gab es den Nordostbahnhof.

Zwangsläufig tauchte schnell der Wunsch auf, die beiden Linien miteinander zu verbinden, um das damals für die Industriestadt Nürnberg wichtige nördliche Erholungsgebiet - das »Tor zur Fränkischen Schweiz« - zu erschließen.

Am 1. Februar 1908 wurde die Strecke bis Heroldsberg und am 1. Mai desselben Jahres bis Eschenau eröffnet. Damit konnte die gesamte Strecke Nordostbahnhof - Gräfenberg befahren werden.

Die »Seekuh« wurde schon 1963 aufgegeben und stillgelegt. Von ihr gibt es nur noch wenige Zeugnisse. Ähnliches schien auch der Strecke nach Gräfenberg zu blühen. Doch das neue Regionalisierungskonzept der Länder läßt auf ein Wiedererwachen des Personen-Taktverkehrs und damit auf Bestandswahrung hoffen.

Die letzten Dampfloks fuhren hier noch 1965. Die Fränkische Museums-Eisenbahn e.V. hat am 1. Mai 1988 mit einer Jubiläumsfahrt (80 Jahre!) die Dampftradition wieder aufgenommen. Diese landschaftlich wundervolle, mit kleinen Brücken, vielen Bahnübergängen und Leistungskraft fordernden Steigungen reichlich gesegnete Strecke hat leider 1995 noch - als habe es Denkmalschutz nicht gegeben! - den reizvollen Nordostbahnhof als markantes »Tor« zur Abreise an die Abrißbirne verloren.

Die Fränkische Museums-Eisenbahn e.V. setzte sich vergeblich für den Erhalt ein. Nürnberg ist wieder um ein Industriedenkmal von besonderer Schönheit und Bedeutung ärmer und gibt seine Geschichte als Geburtsstätte der »I
ndustriellen Revolution« im Süden Deutschlands preis. Geschichte gehört zur Kultur - Kultur aber wiederum erhöht die Attraktivität einer Stadt ...


Quelle: »Gräfenbergbahn« unter www.eisenbahnnostalgie.de | zum Originalartikel


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