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Das Jahr 1930

Ballonfahrt über dem St. Theresien-Krankenhaus

Eine fiktive Kurzgeschichte ;-)

Wir befinden uns Anfang der 1930er Jahre und heben mit unserem Heißluftballon genau an der Position ab, an der sechs Jahre später das Linde-Eishockey-Stadion eröffnet wurde (oder für die jüngeren von Euch) an der Stelle, an der sich heute das Mercado-Einkaufszentrum befindet.

Wir gewinnen an Höhe und und sind fasziniert von einem wunderschönen Schwarz-Weiss-Blick in Richtung Osten. Direkt unter uns sehen wir die gerade fertiggestellte neue Wohnsiedlung am Nordostbahnhof mit ihren der Leipziger Straße symmetrisch ausgerichteten Häusern, echt krass.

Unser Ballon gewinnt weiter an Höhe, beim Blick über die Felder entdecken wir neben vereinzelten Bauerhöfen das St. Theresien-Krankenhaus, das ebenfalls erst drei Jahre zuvor erbaut wurde. Es steht sehr einsam und ist von großzügigen Freiflächen und Straßen umgeben, auf denen kein Bus oder Auto zu sehen ist. Ich frage mich, müssen die Leute alles zu Fuß erreichen?

Das Rauschen unseres Hausluftballons bringt uns weiter in die Höhe und erlaubt uns einen noch besseren Ausblick über die Siedlung. Dabei stellen wir fest: Irgendetwas fehlt da im Hintergrund. Tatsächlich, die Wohngebäude an der Dresdner Straße und die Schule in der Oedenberger Straße werden erst in den nächsten zehn Jahren gebaut.

Mir macht dieser Ballonausflug in der Vergangenheit Spass und ich nutze die Zeit des Absinkens des Ballons, um noch andere Dinge zu suchen, die mir so vertraut sind. Warum wohnt kein Mensch am Thumenberger Weg? Wo ist die St. Lukas-Kirche? Wo ist meine Veit-Stoß-Realschule?

Der Ballon nähert sich dem Boden setzt zur Landung an. Wir steigen aus und aus Schwarz-Weiß wird wieder Farbe. Jetzt sehe ich auch endlich mein geliebtes Nordost-Bad und ich verbringe den Rest des Nachmittags mit meinen Freunden beim Schwimmen.

Bildquelle: Nürnberger Zeitung »Siedlung am Nordostbahnhof wandelt sich« | zum Originalartikel