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Das Jahr 2009

Artikel in den Nürnberger Nachrichten am 29.09.2009
U2 rollt automatisch


Nürnberg - Das Zeitalter des Automatikbetriebs hat jetzt auch auf der kompletten U- Bahnlinie 2 zwischen Röthenbach und Flughafen begonnen. Seit gestern sind auf dieser Strecke vier ferngesteuerte Züge im Regeleinsatz – bis Anfang 2010 noch im Wechsel mit herkömmlichen U–Bahnen mit Fahrer.

Den Fahrgästen ist der Anblick der modernen Triebzüge mit den breiten Fenstern an den Stirnseiten längst vertraut: Seit eineinhalb Jahren pendeln diese auf der U 3 zwischen Gustav-Adolf-Straße und Maxfeld; auf dem gemeinsamen Abschnitt zwischen Rothenburger Straße und Rathenauplatz fädeln sich die fahrerlosen Züge zwischen jenen mit Fahrern ein – ein Mischbetrieb, der bei Verkehrstechnikern weltweit großes Interesse findet.

Aber auch in den anderen Stationen der U 2, etwa in Röthenbach, am Nordostbahnhof und am Flughafen, kamen die komfortablen Paradezüge der VAG schon regelmäßig aus dem Tunnel. Doch durfte während des mehrwöchigen Probebetriebs im Juli und August noch niemand einsteigen. Genau das ist jetzt anders: Vor vier Tagen habe die Technische Aufsichtsbehörde bei der Regierung von Mittelfranken die Freigabe für den vollständigen Automatikbetrieb auf der U 2 erteilt, erläutert Unternehmenssprecherin Elisabeth Seitzinger. Zuvor hatten unabhängige Gutachter die Betriebssicherheit lückenlos belegen müssen; die dafür nötigen Testläufe und Prüfzyklen waren während des Probebetriebs ohne Fahrgäste in den Sommerwochen absolviert worden.

Vorerst sind auf der Linie neben meist acht fahrergesteuerten Zügen vier automatische Bahnen im Fahrplaneinsatz und ersetzen herkömmliche Wagen; dabei sind in der Startphase Mitarbeiter des Kunden- und Systemservices (Kuss) als Ansprechpartner und für den Fall technischer Probleme «an Bord».

Den nächsten Schritt plant die VAG ab 20. Oktober: In den Abendstunden ab 21 Uhr und ganztags an Sonn- und Feiertagen sollen dann weitere Züge in den Fahrplan eingeschoben werden – entweder als drei Doppelzüge oder als sechs Kurzzüge. Mit ihnen verkürzt sich der Fahrplantakt auf der gesamten U 2 auch in der «Nebenverkehrszeit» von zehn auf fünf Minuten.

Mit dem Zusatzangebot will die VAG schrittweise ihre Kunden mit dem künftigen Betriebsmodell vertraut machen: Von wenigen Phasen abgesehen, vor allem bei großem Andrang von Schülern, sind im künftigen Automatikbetrieb nur noch Kurzzüge (zwei Wagen) im Einsatz, die dafür in kürzeren Abständen aufeinander folgen – bei Hochbetrieb zwischen Rothenburger Straße und Rathenauplatz alle 100 Sekunden. Für die Zusatzfahrten gelten vorerst jedoch einige Einschränkungen: Sie werden nicht in den veröffentlichten Fahrplan aufgenommen und können aus betrieblichen Gründen entfallen, zum Beispiel bei Bauarbeiten wie vom 7. bis 15. November. In der Langen Nacht der Wissenschaften (24. Oktober), an den Adventssamstagen sowie Heiligabend, Silvester und Neujahr gelten ohnehin Sonderfahrpläne. Außerdem werden in den überplanmäßigen Zügen keine Mitarbeiter anzutreffen sein; diese sind stattdessen auf den Bahnhöfen unterwegs – auch das entspricht dem künftigen Konzept.




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